9. Etappe – Von Skaidi bis zurück​ auf den E1

10. 06. 2017

Die Nacht im Motel geschlafen. Schuhe sind wieder trocken. Um 08:30 Uhr aufgestanden. In der Nacht und heute Morgen die Story der letzten Stunde aufgeschrieben. Nach dem Frühstück gegen 12:00 Uhr das Motel verlassen. Nun mache ich das was ich nicht machen wollte, versuchen per Anhalter nach Alta zu kommen. Habe Glück ich wurde vom holländischen Militär mitgenommen. Hatten gestern im Motel gegessen, hatte sie dort gesehen und die mich auch. Das ist doch Mal eine gute internationale Unterstützung vom Militär. Hiermit sage ich noch einmal vielen Dank.

Am Rande der Straße sieht man die Menge an Schmelzwasser die Wiesen überfluten und zu Bächen werden.

Um 14:00 in Alta angekommen. Auf der anderen Seite der Brücke bin ich ausgestiegen. Nun muss ich sehen wie ich weiterkomme. Die Straße – Nr. 93 nach Kautokeino muss ich erreichen damit ich wieder auf den E1 kommen kann. Habe die 93 zu Fuß erreicht und laufe Richtung Kautokeino, mit dem gleichzeitigen Versuch per Anhalter mitgenommen zu werden. Lange Zeit hält keiner an. Was ich dabei erlebe ist traurig, Jugendliche zeigen mir den Mittelfinger, ein LKW hält der Fahrer steigt aus und als ich den LKW erreichte gab der Fahrer Gas und fuhr weiter und noch einiges mehr. Dann hielt eine junge Frau, sagte, dass sie mich aber nur ein kurzes Stück mitnehmen könnte.

Danke an die junge Frau, aus kleinen Stückchen wird ein ganzes. Danach lief ich weiter mit der Hoffnung auf die nächste Mitnahme. Nach langer Zeit hielt ein Mann in einem älteren VW Bus. Er fährt nach Kautokeino und nimmt mich mit. Er erzählte das die Flüsse durch das viele Wasser von der Schneeschmelze um einige Meter breiter sind und um einiges schneller fließen. Das flache Land was ich sehe, würde normalerweise nicht unter Wasser stehen. Das hat jetzt alles der viele Schnee verursacht, das hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben.

Dann neben einem reißenden Fluss hielt er an, um eine zu rauchen. Ich stieg auch aus um zu fotografieren und rauchte auch eine. Dabei erzählte ich ihm was ich mache, zeigte ihm auf der Karte wo ich gerne aussteigen möchte um dann über den E 1 nach Kautokeino zu laufen. Er sagte das ist Mazi. Ob ich sicher bin das er mich da heraus lassen soll. Dann griff er während der Fahrt neben sich und holte Brot und Wurst aus einer Tüte, belegte sich ein Brot und gab mir die Tüte mit der Aufforderung auch zu essen.

Um 20;00 Uhr haben wir das Info-Büro in Masi erreicht. Er ließ mich aussteigen und gab mir den Rest des Essens mit dem Hinweis er ist gleich zu Hause. Vor dem Info-Büro stehen Tische und Bänke dort habe ich​ das Brot und die Wurst gegessen. Danach habe ich meinen Trinkbeutel mit Wasser gefüllt und bin um 20:50 Uhr auf den E1. Ein Stück der Straße folgend, dann gegenüber des Parkplatzes vom Info Büro kommend auf den E1. Ist leider kein Hinweis vorhanden. Sieht ganz gut aus, hat nur tiefe Fahrrinnen durch die Geländefahrzeuge mit denen die Norweger auf die Jagd fahren.

Nun das schreckt mich nicht ab. Dann kommt mal wieder ein Hinweis das ich auf dem richtigen Weg bin. Der Weg folgt der Spur in ein Birkenwäldchen, wird mal wieder nasser. Dann kommt eine große freie Fläche die komplett überflutet ist. Ich gehe am Rand entlang und Versuche die Orientierung zu behalten mit Hilfe meines Navigationsgerätes. Es geht weiter Mitten durch den Birkenwald, Hinweis fehlen. Die Richtung gibt mein Navi an. Dann bin ich wieder auf dem Weg. Navi und der Weg sind wieder eins. Aber das dauert nicht lange, schon steht ich wieder da und folge den Wege die von den Tieren getreten wurde. Es geht so weiter, Ruhe mich zwischendurch auf großen Felsen aus. Da kommt doch gegen 01:30 Uhr einen Trailfahrzeug angefahren, hält vor mir. Ein junges Pärchen, wir unterhalten uns, sie erzählten mir, dass sie auf Entenjagd sind und wünschen mir viel Glück auf meinem Weg. Eine große freie Fläche, nur mit Heidekraut und Moosen bewachsen die komplette unter Wasser steht, zwingt mich wieder den Weg zu verlassen. Ich gehe wieder höher um der nassen Fläche auszuweichen. Um auf den Weg zu kommen und den nassen Flächen ausweichend, irre ich den Weg suchend durch die Gegend. Habe den Weg den mein Navi anzeigt wieder gefunden, ist mitten im Wald mit Richtung auf eine Felsengruppe. Ich gehe darauf zu und sehe das ein Schneefeld zu übergehen ist.

Mein Navi zeigt mir das der Weg einfach gerade läuft, nach den Aussichten vor Ort unmöglich. Ich gehe über​ das Schneefeld, dann kommt das nächste. Gehe allem was gefährlich ausschaut und großen Wasserflächen aus dem Weg. Nun bin ich im Kreis gelaufen. Jetzt gehe ich ohne Navi in die, meiner Meinung nach, Richtung in die ich muss und treffe auf einmal wieder auf Wegweiser denen man suchend folgen kann.

Der Boden ist zwar weiterhin nass, und meine Füße auch, habe den Weg gefunden und gehe weiter. Gegen 23:00 Uhr habe ich die 1. Etappe geschafft. Suche mir ein trockenes Plätzchen und Ruhe mich aus. Es gibt hier nichts, keine Tische oder Bänke, einfach Schluss mit der Etappe oder ich bin so kaputt dass es von mir übersehen wurde.

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8. Etappe – Aus dem Schnee bis Skaidi

09. 06. 2017

Die Nacht im Freien ohne Schlaf verbracht. Die Akkus der Handys geben langsam auf. Es ist kühl geworden. Suche mir einen Weg abwärts zur Straße. Es ist noch hell aber richtig kalt geworden. Gehe in Richtung der Straße, bin noch ganz oben, oberhalb vom Schnee. Schaue in die Richtung in​ die ich gehen möchte dann sehe ich eine Möglichkeit nach unten zur Straße zu kommen. Muss umkehren wieder versperrt mir ein Wasserlauf das Weiterkommen.

Schneeflächen die ich überqueren musste.

Schneeflächen Versuche ich zu überqueren ohne tief einzusinken, was aber nicht immer gelingt. Manches Mal sinke ich bis zu den Oberschenkeln ein. Was unter der Schneefläche ist möchte ich nicht wissen. Schneebedeckten Tälern weiche ich aus, wenn ich es gluckern höre schaue ich die Umgebung genauer an, meistens wenn es darum geht den ersten Schritt auf ein Schneefeld zumachen. Manchmal hält der erste Schritt und der zweite versinkt dann schnell zurück. Bei überschwemmte Wiesen suche die höchsten Stellen, finde diese nicht immer. Auf meiner Karte sind keine Wasserläufe oder Seen eingezeichnet, also gehe ich weiter, unter diesen Voraussetzungen, nach unten. In meinen Schuhen ist Wasser und es wird mir kälter, der Rucksack immer schwerer, er drückt aufs Kreuz und die Riemen ziehen an den Schultern. Habe dann doch endlich die Straße erreicht und gehe nach Skaidi.

Dort gegen 11:10 Uhr angekommen nehme ich mir im Motel ein Zimmer. Stelle meine Schuhe zum trocknen an die Heizung, Dusche und gehe was essen. Dann falle ich wie erschlagen ins Bett.

Ich habe beschlossen erst weiter südlich, da es jetzt auch nicht mehr möglich ist quer auf den E1 einzusteigen, meinen Weg fortzusetzen.

Midnight Sun

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7. Etappe – Von Olderfjord bis auf die nassen Ebenen

08. 06. 2017

In Olderfjord von der letzten Strecke erholt. Nach einer guten Nacht und einem guten Frühstück endlich auf dem richtigen Weg. Bin um 13:15 Uhr gestartet. Muss der E 69 in südlicher Richtung ein paar Meter bis zur E 6 folgen. Auf der E 6 in westlicher Richtung, bis ich dann auf den Fernwanderweg abbiegen kann.

Bin jetzt um 15:22 Uhr angekommen. Der Weg auf der Straße zieht sich und ist stetig ansteigend. Man muss bis zum Rastplatz laufen, rechts zum Nordkap oder links Richtung Süden, was ich machen werde. Wenn man von Olderfjord kommt, kann man vorher schon links (am Gerätehaus für den Straßenbau) abbiegen. Nach ein paar Meter ist man auf dem E1. Das habe ich aber zu spät festgestellt. Der Weg ist waagerecht und läuft parallel zu einem Fluss. Heute war der Weg noch gut zugeschneit und ich versank manchmal bis zu den Knien im Schnee. Aber glücklich auf dem E1 zu sein, hatte ich gute Laune. Nun kurz vor dem Gerätehaus habe ich gesehen der Weg biegt rechts ab. Es ging mit einer guten Steigung nach oben. Oben waren weitere Kennzeichen, die mir zeigten, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dann ging es leicht bergab. Unten dann rechts, gut ausgeschildert. Da sah ich was kommt.

Weg nach Norden (links) nach Süden (rechts) Es liegt viel Schnee 🙁

Durch das gut Wetter schmilzt der Schnee und viel Schmelzwasser sammelt sich in Bachläufe die immer breiter und tiefer werden und die flachen Stellen werden zu großen nassen Flächen auf denen sich das Wasser knöcheltief und tiefer sammelt. Ich habe die Spur eines Snowmobils auf dem Weg gesehen und habe vermutet, dass ein Pfleger des Weges die Spur gelegt hat. Ich folgte ihr. Einige Mal muss ich aus der Spur heraus, der Boden war zu nass. Der Weg ging immer weiter. Die Spur der ich folgte wich großen Wasserflächen aus. Wenn das Rauschen von fließendem Wasser zu hören war, war große Vorsicht geboten. Das Wasser floß unter dem Schnee und ob die Schneedecke mein Gewicht trägt war fraglich. Es stell sich auch die Frage „wie breit und wie tief“ ist das Rinnsal was da den Berg herunterfliesst. Ich bin des öfteren bis zu den Knien im Schnee eingesunken. Der Snowmobilspur folgend bis in einen Wald, dort machte die Spur eine Schleife und ging zurück.

Ich stand im Wald (gar nicht lustig). Der Schnee war verdammt hoch und es ging nicht mehr weiter. Ich stieg auf einen nahegelegene Felsen um zu sehen wie der Weg weiter läuft, es war nichts zu erkennen, nur gut zugeschneite Berge. Ich sah das die Höhen schneefrei sind, also ab nach oben und versuchen oben zu bleiben. Die Richtung war klar nach Süden. Immer höher steigend, über große Schneefelder laufen, dem abfließenden tauenden Schnee ausweichen, Seen die auf keiner Karte eingezeichnet sind weitesmöglich umgehend, versuchen oben zu bleiben. Zwischen den Hügeln gab es immer wieder Täler in denen das Schmelzwasser ablief. Am Rande der Schneefelder sah ich, wie das Wasser unter dem Schnee talwärts abfließt. Vom Felsen auf den Rand eines Schneefeldes zu treten war immer ein großes Risiko. Ich fragte mich immer, wie stark war der Boden auf den ich trete, sollte er nicht halten, wie tief würde ich einsinken, an den Rändern floß das Wasser direkt vorbei. Des öfteren sank ich ein. Auch über dem Höhenzug war kein Weg zu finden.

Mitten in der Nacht mit nassen kalten Füßen gab ich auf, der E 1 ist hier zur Zeit, nicht begehbar. Ich machte mich auf die Suche zurück zur Straße. Ich wollte nach Skaidi.

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